Auf einen Schnack mit: Claudia Mahnke

Die international gefragte Mezzosopranistin Claudia Mahnke bereitet sich gerade auf die Premiere von „Senza Sangue/Herzog Blaubarts Burg“ vor. Als „Judith“ wird sie in der Regie von Dimitri Tcherniakov im zweiten Teil des Doppelabends zu erleben sein. Wir haben sie vor der Generalprobe in ihrer Garderobe getroffen und ein wenig mit ihr geschnackt.

Sie singen in „Herzog Blaubarts Burg“ die Judith. Auf was freuen Sie sich in dieser Rolle?

Ich habe die Rolle 2010 in Frankfurt zum ersten Mal gesungen – und schon damals war das für mich ein ganz großer Abend. Auf Ungarisch zu singen ist sehr besonders und es macht mir große Freude. In meiner Kindheit und Jugend war ich fast jeden Sommer mit meinen Eltern im Urlaub in Ungarn und habe viel Zeit da verbracht. Daher ist mir die Sprache sehr vertraut – ich kann zwar nicht von mir behaupten, dass ich die Sprache beherrsche, aber es fühlt sich gut an. Ich habe mir auch sagen lassen, dass meine Aussprache authentisch klingt. Das hängt sicher mit meinen Besuchen in dem Land zusammen.

Die „Judith“ ist eine tolle Hauptrolle – in einem Zwei-Mann-Stück ist man richtig in Szene gesetzt. Die Partie ist auch gesanglich und technisch sehr anspruchsvoll. Für mich als Mezzosopranistin ist dieses Zwischenfach eine tolle Herausforderung. Nun freue ich mich, nach meiner Judith in Frankfurt, sechs Jahre später in einer neuen Inszenierung an diese Rolle heranzugehen. Das macht wirklich großen Spaß.

Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch?

Gerade bin ich schon wieder im intensiven Studium meines nächsten Stücks und komme aktuell leider überhaupt nicht zum Lesen. Ich studiere gerade „Les Troyens“ von Hector Berlioz, das wird meine nächste große Produktion, die ich in Frankfurt singen werde. Ich bin aktuell in der elften Spielzeit als Ensemblemitglied an der Oper. Die „Didon“ ist eine spannende Rolle und ich finde es toll, mich so intensiv mit ihr zu beschäftigen. Ich arbeite mit einem Sprachcoach und nähere mich der Rolle an – ich schaue mir auch auf YouTube an, wie die Stücke an anderen Häusern inszeniert wurden. Danach mache ich eine Pause, kriege den Kopf leer, und konzentriere mich auf die aktuellen Proben.

Wie kriegen Sie Ihren Kopf frei?

Wenn ich abschalten möchte, bin ich am liebsten mit Menschen zusammen, die mir nahestehen. Dann suche ich nach Stille und versuche, alles abzustellen – Musik, Geräusche im Hintergrund. Ich bin sehr gerne draußen in der Natur. Das ist hier in Hamburg natürlich besonders schön! Ich lebe in Winterhude und genieße die Nähe zur Alster, daran erfreue ich mich jeden Tag aufs Neue. Vor der Premiere ist es mir wichtig, auszuschlafen, ich lege Wert darauf, dass kein Wecker klingelt – eventuell mache ich noch einen Mittagsschlaf. Dann bin ich absolut entspannt und freue mich auf meinen Auftritt.

 

Claudia Mahnke

mahnke-claudiaDie Mezzosopranistin Claudia Mahnke erhielt ihre Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik in Dresden. Während ihrer Ausbildung debütierte sie an den Städtischen Theatern Chemnitz als Hänsel und wurde daraufhin 1992 ins feste Ensemble aufgenommen. Von 1996 bis 2006 war die Sängerin Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, seit der Spielzeit 2006/07 ist sie im Ensemble der Oper Frankfurt. Neben ihren Aufgaben im Bühnenbereich übt Claudia Mahnke auch eine intensive Konzerttätigkeit aus. Im August 2006 wurde sie zudem mit dem Titel Kammersängerin der Staatsoper Stuttgart geehrt. Neben ihren festen Engagements zeigt Claudia Mahnke eine umfangreiche Gastiertätigkeit und ist auf den großen internationalen Opernbühnen zu erleben, darunter an der Staatsoper Unter den Linden, der Komischen Oper Berlin, der San Francisco Opera, der Opera National de Lyon, der Bayerischen Staatsoper in München sowie den Bayreuther Festspielen oder der Ruhrtriennale.

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