Markus Nykänen

Auf einen Schnack mit: Markus Nykänen

Bei frostigen Minusgraden treffen wir Ensemblemitglied und Tenor Markus Nykänen zum Schnack über kommende Produktionen und abendliche Singtraditionen. Kalt? Er winkt nur ab: Nichts im Vergleich zu -25° in seiner finnischen Heimat Espoo.

Erst „Otello“, nun „Les Troyens“ – mögen Sie’s blutrünstig?

Jede Produktion ist einzigartig – mir ist die Idee des Regisseurs wichtig, das „Main Thing“. Ich versuche, zuerst diesen Grundgedanken zu verstehen und ihn dann zusammen mit allen Produktionsbeteiligten auszuarbeiten. In „Les Troyens“ wird es zwar sehr blutig, aber mein Charakter Iopas ist das genaue Gegenteil – er ist ein eher unschuldiger Typ, der im Kontrast zu den martialischen Figuren im Stück steht. Diese kleinen Sachen in der Charakterentwicklung finde ich sehr spannend, das war auch etwas, woran Michael Thalheimer mit uns gearbeitet hat.

Markus Nykänen

Neben den beiden großen Opern singen Sie auch noch in „Carmen“ – wie bekommen Sie zwischendurch den Kopf frei?

Viel freie Zeit bleibt nicht: Wir haben ein kleines, drei Monate altes Mädchen, das Zuhause wartet und all meine Zeit beansprucht, sobald ich heimkomme. Das ist für mich das Größte!

Welche Gute-Nacht-Lieder singen Sie Ihrem Kind?

Im Moment erfinde ich selbst welche (lacht). Ich spreche Finnisch und meine Freundin Schwedisch, was wir auch untereinander sprechen. Gute-Nacht-Lieder improvisiere ich für unsere Tochter aber in Finnisch und singe, was sie heute so gemacht hat, wie es ihr ging und wie oft wir die Windeln wechseln mussten (lacht). Es ist jeden Abend ein kleines Musical.

 

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Markus Nykänen

Der finnische Tenor Markus Nykänen begann seine musikalische Ausbildung im Knabenchor seiner Heimatgemeinde Espoo bei Helsinki und studierte am Kungsvägen Musikinstitut Gesang. Er ergänzte seine Studien durch Unterricht mit Susanna Eken, Petri Lindroos, Margareta Haverinen-Brandt, Sherman Lowe, Mariella Devia, Vittorio Terranova, Norman Reinhardt, Kiri te Kanawa, Thomas Allen und Tom Krause und Rita Ahonen.

Nachdem er zunächst als Schauspieler und Musicalsänger tätig war, debütierte er 2011 als Azael in Debussys „L’enfant prodigue“ in Raseborg, Finnland. 2012 bis 2014 war Markus Nykänen Mitglied des OperAvenir des Theater Basel, wo er in der Spielzeit 2014/2015 als Cassio in Verdis „Otello“ (Regie: Calixto Bieito, Dirigat: Gabriel Feltz) gastierte. Im Sommer 2015 sang er den Bräutigam in Jean Sibelius‘ Oper „Jungfrau im Turm“ samt einer Rolle in der neuen Oper von Seppo Pohjola unter der Leitung von Sakari Oramo beim Kokkola Opernfestival. Im September 2015 debütierte er an der Hamburgischen Staatsoper unter der Leitung von Kent Nagano als Iopas in Berlioz‘ „Les Troyens“ und war im November 2015 als Remendado in „Carmen“ ebenfalls an der Hamburgischen Staatsoper zu hören.