„Hummel Hummel – Mors Mors“: Liedkunst trifft Popsong

Bevor es am Sonntag zum Auswärtsspiel in den MOJO Club auf die Reeperbahn geht, baten wir Marta Świderska, Sängerin und Mitglied des Internationalen Opernstudios und Tabea Cessak, Solistin bei The Young ClassX, zum Doppelinterview.

Was ist dein liebster Popsong? Und welches klassische Stück liegt dir besonders am Herzen?

Tabea Cessak: Für mich ist es sehr schwer, mich für einen Lieblingssong zu entscheiden, weil ich sehr offen bin was Musik angeht. Was ich höre, ist meistens abhängig von meiner Stimmung und der Phase, in der ich gerade bin. Die Texte der Lieder spielen für mich eine große Rolle. Was Klassik angeht, bin ich noch nicht so bewandert. Die Musik von Schwanensee gefällt mir aber sehr gut.

Marta Świderska: Ich höre selten Popmusik, bin aber ebenfalls ganz auf die Texte fixiert. „My Way“ von Frank Sinatra ist da wohl mein Lieblingslied. In der Klassik ist die Antwort einfach: Die Oper „Samson et Dalila“ von Saint-Saëns.

Wer ist der Held deiner Kindheit?

Tabea: Die Darsteller von „High School Musical“. Allen voran Zac Efron. Ich mag die Geschichte des Films und auch das Genre „Musical“ innerhalb eines Films. Alles in allem fand ich das sehr inspirierend. Ich konnte alle Songtexte auswendig und habe in dieser Zeit selbst angefangen zu schreiben.

Marta: Als Kind habe ich noch nicht gesungen, aber ich habe Geige gespielt und mein großes Vorbild war der Geiger Itzhak Perlman. Dass ich jemals so gut spielen könnte wie er, war für mich immer unvorstellbar. Während meiner Zeit an der Technischen Universität (Anm. der Redaktion: Marta Swiderska hat Materialwissenschaften studiert), habe ich die Musik sehr vermisst und bin dann nach drei Jahren Musikpause zum Gesang gekommen.

Hast du bereits einen Bezug zum MOJO CLUB bzw. zur Reeperbahn?

Tabea: Ich habe dort schon ein paar Veranstaltungen besucht. Dass der Club „unter der Erde“ ist, fand ich von Anfang an sehr cool. Wenn man von draußen über den geöffneten Treppeneingang in den „Keller-Club“ gelangt, wird man von der tollen Atmosphäre im Inneren überrascht. Dass es toll wäre, da einmal mit „The Young ClassX“ aufzutreten, dachte ich mir auch schon. Deswegen freue ich mich nun umso mehr auf das Konzert! Als begeisterte Tänzerin gehe ich auch gerne mit meinen Freunden auf den Kiez zum Feiern.

Marta: Den MOJO CLUB kenne ich bisher noch nicht. Wichtig ist für mich als Sängerin vor allem die Akustik. Es wird bestimmt eine ganz interessante Erfahrung, an einem Ort zu singen, wo sonst Pop-und Rockkonzerte stattfinden. Auf der Reeperbahn selbst war ich auch schon. Ein spezieller Ort des „Vergnügens“ und in der Form auch einmalig auf der Welt. Und dann ist da auch noch eine polnische Kirche, direkt gegenüber der „Großen Freiheit“.

Was sagen deine Freunde dazu, dass du singst?

Tabea: Meine Freunde waren bei meiner gesanglichen Entwicklung von Anfang an dabei. Mittlerweile sind sie – ob gewollt oder nicht – ein Teil davon. Denn: Mit mir zu singen, ist Pflicht! Durch die Musik habe ich auch viele neue Freunde kennengelernt. Ich werde auch von allen Seiten unterstützt. Neulich hatte ich einen Wettbewerb und viele meiner Freunde haben mich kontaktiert, um mir viel Glück zu wünschen. Meine engsten Freunde sind zur Unterstützung direkt mitgekommen.

Marta: Mein Freundeskreis von der Technischen Universität hielt mich anfangs für verrückt. Gottseidank besuchten sie dennoch Konzerte von mir und waren schnell angetan. Klassische Musik und Oper war den meisten fremd, aber mittlerweile sind einige davon echte Fans geworden. Durch die Musik lernte ich viele neue Freunde kennen und bin froh darüber, von allen Seiten unterstützt zu werden.

Elbe oder Alster?

Tabea: Die Alster. Da kann ich mit meinen Freunden von früh nachmittags bis spät abends viel erleben und Spaß haben. Je nach Tages- oder Nachtzeit trifft man da auch die unterschiedlichsten Menschen. Wenn ich aus Harburg nach Hamburg fahre ist die Alster so wie Urlaub für mich, auch wenn sie gleich nebenan ist.

Marta: Die Elbe! Da ist es ruhiger als an der Alster und ich kenne Plätze da, wo man auch mal für sich sein und die Hafenstimmung genießen kann. Hier im Zentrum ist mir einfach zu viel los. Praktisch ist aber, dass beide Orte fast gleich weit von meinem Zuhause entfernt sind.

Frage von Tabea an Marta: Hast du Operngesang studiert oder hast du nach und nach immer mehr dazu gelernt?

Marta: Erst kam die Entscheidung, dass ich singen will. Dann habe ich für etwa acht Monate Privatunterricht genommen. Erst danach folgte das Gesangsstudium in Polen und anschließend der Master in Frankfurt.

Frage von Marta an Tabea: Wie hast du mit dem Singen angefangen?

Tabea: Mein Vater ist Musiker und auch mein Großvater hat als Kind schon immer mit mir gesungen. Das Singen war mein erster Zugang zur Musik. Das hat mich sehr geprägt und mir hat es einfach immer Spaß gemacht. Das ist bis heute so geblieben und mit „The Young ClassX“ noch mehr gewachsen.

 

Martha

© Kartal Karagedik

Kurzbiografie: Marta Świderska
Die junge polnische Sängerin erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (Frankfurt am Main) und absolvierte ihren Master im Fach Gesang bei Professor Thomas Heyer. Davor studierte sie an der Karol Szymanowski Musikakademie (Katowice, Polen) und schloss das Gesangsstudium mit dem Bachelor im September 2013 bei Dr. Pawel Sobierajski erfolgreich ab. Meisterkurse absolvierte sie bei u.a. B.Fassbender, C.Lehmann, U.Finazzi, I.Bogacheva und P.Esswood, Ingrid Kremling und Wieslaw Ochman. Marta Swiderska nahm erfolgreich an internationalen Wettbewerben teil. Sie erhielt den ersten Preis beim Grand Prix Gesangwettbewerb „Sommerakademie für Gesang“ 2013 (Sopot, Polen), nahm am III. Gesangswettbewerb „J.E.J.Reszków“ (Czestochowa, Polen) mit Auszeichnung teil, erhielt den zweiten Preis und Sonderpreis für die beste Mezzosopranstimme beim II. Internationalen Giulio-Perotti-Gesangswettbewerb (Ückermunde, Deutschland), um nur einige zu nennen. Seit der Spielzeit 2015/2016 ist Marta Swiderska Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Hamburg.

Kurzbiografie: Tabea Cessak
Foto_Tabea Cessak
Die gebürtige Hamburgerin begann schon als Kind ihre ersten musikalischen Ideen im Studio ihres Vaters aufzunehmen und mit acht Jahren auch Songtexte zu ihren Melodien zu schreiben. Seit dem Jahr 2011 ist die Schülerin der Goethe-Schule Harburg, Mitglied im Chor „Gospeltrain“ und gründete kurze Zeit später die Band „Skydream“.

Von Anfang an dabei war Tabea Cessak beim Junior Ensemble von „The Young ClassX“. 2015 stieß sie zum Solistenensemble. In Ihrer Freizeit ist die junge Sängerin außerdem eine begeisterte Tänzerin und auch in der Theaterklasse der Goethe-Schule-Harburg aktiv.

 

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