„Hummel, Hummel – Mors, Mors“ [Christmas Edition]

Im Gespräch mit Franziska Seibold, Chorsängerin im Chor der Staatsoper und Christian Seibold, Franziskas Ehemann und Klarinettist im Philharmonischen Staatsorchester.

Nach ihrem fulminanten Auftritt in unserem Adventskalender haben wir Franziska und Christian Seibold zu „Hummel, Hummel – Mors, Mors“ gebeten. Beide sind Künstler an der Hamburgischen Staatsoper und haben sich als Paar gefunden. Er spielt Klarinette im Orchestergraben – sie singt auf der Bühne. Ihre Leidenschaft leben sie im Duett. Ihr Programm mit amerikanischen „Christmas Carols“ hat das Foyer der Staatsoper verzaubert. Im gemeinsamen Interview haben wir mit Ihnen über ihr ganz persönliches Weihnachten gesprochen.

Für viele ist Weihnachten die schönste Zeit im Jahr, trifft das auch bei Dir zu?

Franziska Seibold: Es ist eine sehr schöne Zeit. Da meine Familie im Ausland lebt, kommen wir da einmal im Jahr alle zusammen und feiern gemeinsam. Es gibt ganz traditionell den Kirchgang und Kartoffelsalat mit Würstchen am 24. Dezember. Am 25. Dezember folgt das Festessen und natürlich wird auch viel gesungen und Musik gemacht.

Christian Seibold: Weihnachten ist eine ganz wichtige Zeit, die für die Familie reserviert ist. Seit wir unsere beiden Kinder haben, ist es besonders schön. Es ist besinnlich und anstrengend zu gleich, denn es wird viel gefeiert und wenig geschlafen.

War der Auftritt im Adventskalender euer erster gemeinsamer Auftritt? Wie fühlt es sich eigentlich an, mit dem Partner aufzutreten?

Christian Seibold: Franziska singt am liebsten mit Begleitung und dadurch bin ich zu Hause oft am Klavier. Seit einigen Jahren treten wir gemeinsam auf Kreuzfahrtschiffen auf und sind auch in und um Hamburg häufig zu hören. Eigentlich sind wir immer und ständig am musizieren.

Franziska Seibold: Ich fühle mich mit Christian extrem wohl, obwohl es nicht selbstverständlich ist, dass man auch musisch zusammenpasst. Er geht am Klavier sehr auf mich ein, was mir als Sängerin natürlich gefällt. Dass wir auf der Bühne „toll“ als Paar wirken, hören wir oft nach unseren Auftritten.

Christan Seibold: Ich mochte es schon immer, neben dem Orchester auch als Pianist tätig zu sein. Ich würde auch gerne singen können, am liebsten als Tenor. Wenn ich dann eine Sängerin wie Franziska begleiten kann, bereitet mir das sehr viel Freude. Wir machen das wirklich aus Spaß und genießen das gemeinsame Musizieren in vollen Zügen.

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Franziska und Christian Seibold im Probenraum der Staatsoper

Dein liebstes Weihnachtslied?

Franziska Seibold: Das ist „O du fröhliche“ als deutsches Lied, welches ich gerne in der Kirche singe, dicht gefolgt von den amerikanischen Weihnachtsliedern, die wir beim Adventskalender präsentiert haben. Die „Christmas Carols“ machen mir einfach so viel Spaß. Seit dem Jahr, das ich in den USA verbracht habe, sind mir diese Lieder noch mehr ans Herz gewachsen.

Christan Seibold: „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Tochter Zion“ sind meine absolut liebsten deutschen Weihnachtslieder. Danach kommen in meiner persönlichen Rangliste auch gleich die „Christmas Carols“.

Das schlimmste Weihnachtslied?

Franziska Seibold: „Stille Nacht, heilige Nacht“ ist so eine Sache. Das muss ich ganz ehrlich sagen und das obwohl wir es im Adventskalender präsentiert haben. Aber eben auf Englisch und in einer Jazz-Version. Dieses Lied ist mir oftmals einfach zu kitschig und zu schmalzig. Das ist dann wie eine Fahrstuhl-Musik, die man nicht mehr hören kann.

Christian Seibold: Ich war schon ein paar Mal im Winter in der Karibik. Da wird dann alles im Disco-Fox gespielt, zum Beispiel „Oh Tannenbaum“ im 4/4 Takt. Ein absolutes „No-Go“! Da stellen sich mir die Nackenhaare auf!

Was wünschst du dir zu Weihnachten?

Franziska Seibold: Ich wünsche mir, dass es so weiterläuft. Sowohl mit meiner Familie, als auch mit meinem Job. Ich bin froh, dass ich nach meinem Babyjahr wieder so gut in den Beruf zurückgefunden habe und wünsche mir auch für die Staatsoper, dass es weiterhin gut läuft und wir so viel wie möglich spielen können.

Christian Seibold: Ich wünsche mir für Franziska und mich einen Wochenendtrip in eine schöne Stadt. Etwas Romantisches wie Rom oder Paris wäre traumhaft.

 

franziFranziska Seibold (Sopran) studierte an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy (Leipzig) bei Frau Prof. Jitka Kovarikova. Ihrem Studium, welches sie mit Auszeichnung beendete, schloß sich ein Aufbaustudium mit Konzertexamen im Jahre 2002 an. Sie war Mitglied des Opernstudios der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und Stipendiatin des Richard Wagner-Verbandes für die Bayreuther Festspiele. Sie besuchte Meisterkurse bei Elisabeth Schwarzkopf, Hartmut Höll und Mitsuko Shirai, Graham Johnson, Konrad Richter und Horst Günther. Franziska Seibold hat bei zahlreichen Opernproduktionen mitgewirkt, z.B. L. Bernsteins „Candide“ (Cunegonde) Mozarts „Cosi fan tutte“ (Fiordiligi) in Altenburg-Gera, in “Paris und Helena” (Helena) von C.W.Gluck im Schlosstheater Rheinsberg. Sie war beteiligt am Putbus Festival (Rügen) und die Tiroler Festspielen. Hinzu kommt ihre Mitwirkung bei Kirchenkonzerten, u.a. mit dem Thomanerchor in Leipzig. Seit 2005 ist sie festes Mitglied des Opernchores der Hamburgischen Staatsoper.

christanChristian Seibold (Klavier) wurde nach dem Studium in München und Frankfurt Mitglied der Hamburgischen Staatsoper, wo er als Klarinettist seit 1992 engagiert ist. Neben dem Orchester betätigte sich er sich schon früh als Klavierbegleiter. Nach seiner Liebe zur Oper und zum Gesang gilt seine Leidenschaft auch dem Jazz. Er gründete 2005 die „Philharmonic Clowns“, die regelmäßig mit beliebten Jazzstandarts in Hamburg zu hören sind.

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