KonzertTester im Einsatz: Italienische Orchestermusik in der Elphi

Italiener können nur Oper? Stimmt nicht! In unserem 7. Philharmonischen Konzert standen vier ganz verschiedene Orchesterwerke von Puccini, Busoni, Respighi und Berio auf dem Programm. Vorab konnten unsere KonzertTester Paul (16) und Jihye (29) schon mal an einer Probe teilnehmen. Mitten auf der Bühne und zwischen den Orchestermusikern haben sie ganz genau hingehört …

Zunächst wurde „Pini di Roma“ von Respighi gespielt. Dieses Werk fand ich sehr beeindruckend, da die vielen verschiedenen Klangfarben des Orchesters sehr zur Geltung kommen konnten; mal melancholisch andeutend, mal fanfarenartig, majestätisch oder auch fast wie ein Kindermarsch. Für mich ebenso überraschend: Man konnte mehrmals im Werk Vogelgezwitscher von einem Tonband im Hintergrund hören. Dies trug dazu bei, einen viel stärkeren Bezug zur Natur in dieser Musik zu entdecken. Genauso hatte man aus der Mitte des Orchesters eine ganz andere Wahrnehmung bezüglich der Musik. Ich saß direkt neben den Klarinetten und Querflöten, wodurch ich beim Hören sehr direkt an die Melodien der Holzbläser gebunden war, was zu einem sehr ungewohnten, aber interessanten Klangerlebnis führte. Außerdem konnte ich somit auch den Stimmgruppen durch deren Noten folgen und auch Anmerkungen des Dirigenten Alejo Pérez besser verstehen. (Paul)

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Der Dirigent: Alejo Pérez ist gebürtiger Argentinier. Er dirigiert Opern und Konzerte überall auf der Welt. Mit dem Philharmonischen Staatsorchester stand er nun zum ersten Mal zusammen auf der Bühne.

Ich saß zwischen Flügel und Harfe und konnte gut sehen, was der Dirigent macht. Normalerweise sehen wir ihn im Konzert meistens von hinten. Wenn er eine Geste mit der Hand macht oder seinen Gesichtsaustruck ändert, verändert sich die Lautstärke oder Nuancen in der der Musik werden anders. Ich konnte bei dem Pianisten in die Noten schauen, das war besonders gut. Der Klang war auch interessant, weil ich von meinem Platz aus jedes einzelne Instrument hören konnte. Wenn ich vorne gesessen hätte, hätte ich nur zusammenklingende (oder einzelne) Musik gehört. Einige Musiker haben bei „Pini di Roma“ nicht auf der Bühne gespielt, sondern oben im Rang. Das fand ich eine tolle Idee. (Jihye)

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Ein weiteres Stück des Staatsorchesters war die „Sinfonia“ von Luciano Berio, in der acht Gesangssolisten wie Instrumente in den Klang des Ensembles eingearbeitet wurden. Für mich war diese Benutzung von Gesang komplett neu, deshalb war es anfangs schwierig, sich auf den Gesamtklang zu konzentrieren. In vielen anderen Werken wird sonst hauptsächlich der Gesang in den Mittelpunkt der akustischen Erscheinung gestellt; ich musste mich also auch beim Zuhören der Sinfonia auf dieses neuartige Konzept umstellen.

Für mich war das eine ganz großartige Erfahrung bei diesem Probentag dabei zu sein und so, wie auch ein richtiger Musiker, durch den Künstlereingang auf die große Bühne zu gelangen. (Paul)

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