Opernrätsel

Opernrätsel #1

Die Schönheit der Zwangslagen

Das 19. Jahrhundert ist das Jahrhundert der Grand Opéras. Hier lässt sich eine Ansammlung politisch konfliktgeladener Stoffe ausmachen, deren Drastik heraussticht und deren Gewaltpotential mit der Gewalt der Musik in paradoxe Schönheit umgewandelt wird.

Geplündert wurde vor allem Historisches in pittoreskem Gewand: den Krawall um Troja nahm Hector Berlioz zum Anlass, in seinen „Troyens“ Blut und Gemetzel musikdramatisch zu transformieren, ebenso wie Modest Mussorgsky es in seiner unvollendeten Oper „Salammbô“ mit der Niederlage Karthagos gegen Rom versuchte oder mit dem kindermordenden „Boris Godunow“ das Zarentum Russlands in seiner ganzen Machtgeilheit zeigte. Sein italienischer Kollege Giuseppe Verdi ließ die Aida 1871 aus Loyalitätsverwirrung einmauern und dramatisierte im „Nabucco“ 1842 den Freiheitskampf der Israeliten unter babylonischer Herrschaft. In Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ von 1836 wurden blutige Massaker verrichtet an den „Ungläubigen“ in Paris – damals unter anderen Vorzeichen als heute, aber nicht weniger brutal. Und was dachte sich eigentlich Daniel-François-Esprit Auber, als er die neapolitanischen Fischer aufbegehren ließ gegen die spanischen Besatzer? Als die Oper „La muette de Portici“ 1830 in Brüssel aufgeführt wurde, dachten zumindest die Zuschauenden, es wäre höchste Zeit, sich von der niederländischen Herrschaft zu befreien und Belgien endlich zur Unabhängigkeit zu verhelfen.

Und dann noch diese eine Oper, die auf der Vorlage eines ehemaligen Pariser Anwalts beruht, der durch sein Kunstschaffen versuchte, sich von seiner Mittäterschaft während der „Terreur“ reinzuwaschen. Nachdem er also für die Jakobiner Todesurteile verhängt hatte, wendete er sich wie ein Blatt im Wind und schrieb u. a. Libretti für Pierre Gaveaux und Luigi Cherubini.

Wie hieß nun diese Oper des Opportunisten, die auch ungleich weniger bekannt von Simon Mayr und Ferdinando Paer vertont wurde?

Das gibt es zu gewinnen:

  1. Preis: Zwei Karten für „Turangalîla“ (Ballett) am 23. November
  2. Preis: Zwei Karten für „Madama Butterfly“ am 15. November
  3. Preis: Zwei Karten für „Wozzeck“ am 1. Dezember

Sendet die Lösung bis zum 12. Oktober 2017 über das Kontaktformular (unten) ein oder schickt sie per Mail an: pressestelle@staatsoper-hamburg.de.

Mitarbeiter der Hamburgischen Staatsoper und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt.

Das war beim letzten Mal die richtige Antwort: „Vaslaw Nijinsky“. Die Gewinner wurden von uns schriftlich benachrichtigt.