Opernrätsel

Opernrätsel #2

Macht und Musik

Musik bekommt zuweilen Funktionen, die ihr nicht ursprünglich beschieden waren. Harmonik, Melodieführung und Dynamik können Massen lenken, verführen und heroisch Macht unterstreichen, obwohl sie meist nicht unter jenen Prämissen geschrieben worden sind. Wagners vielleicht demokratischste Oper Die Meistersinger von Nürnberg konnte so beispielsweise zur Repräsentationsoper der Nationalsozialisten werden. Schostakowitsch hingegen litt aufgrund der Expressivität und ungewöhnlichen Instrumentation seiner Lady Macbeth von Mzensk unter stalinistischer Gängelei. Und auch im Spanien Francos äußerte sich mit der von regionalen Minderheiten geprägten Stilrichtung Nou Canson politischer Widerstand – um nur einige internationale Beispiele aus der Musikgeschichte zu nennen.

Die Verbindung von Macht und Musik wird auch filmisch verarbeitet, eindringlich und in aller musikalischen Vielfalt etwa zu erleben in Stanley Kubricks Klassiker Clockwork Orange. Hier wird die Wirkung der Neunten Sinfonie des „van B.“ auf den Protagonisten und Prügelknecht Alex unter politischer Steuerung von ekstatischer, gewaltbegleitender Bewunderung derart umgewandelt, dass sie Unbehagen und Übelkeit bis hin zum Lebensüberdruss verursacht. Komponistin des Kubrick-Soundtracks Wendy Carlos nimmt auch Rossinis opera semiseria Die Diebische Elster in ihre Filmmusik auf – die Ouvertüre als Tanzmusik für die brutale Bestrafung seiner Kumpane; ein Walzer als Begleitung zur Vergewaltigung. Liegt das Potential schon in den Werken oder werden sie hilflos rekontextualisiert?

Wessen andächtiger Trauermarsch wurde im selbigen Film mithilfe der ersten Moog Synthesizer elektronisch zur düsteren Titelmusik des Gewaltspektakels umfabuliert?

Das gibt es zu gewinnen:

  1. Preis: Zwei Karten für „Lulu“ am 21. Februar 2017
  2. Preis: Zwei Karten für „Die Möwe“ (Ballett) am 9. März 2017
  3. Preis: Zwei Karten für „Macbeth“ am 17. März 2017

Sendet die Lösung bis zum 20. Januar 2017 über das Kontaktformular (unten) ein oder schickt sie per Mail an: pressestelle@staatsoper-hamburg.de

Mitarbeiter der Staatsoper Hamburg und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die richtige Antwort lautet: „Henry Purcell“. Die Gewinner werden per Post/Email über Ihren Gewinn verständigt.