Opernrätsel

Opernrätsel #2 [Ballett-Edition]

Verschwommene Grenzen

„Anna Karenina“, „Die Möwe“, „Die Kamliendame“ – Handlungsballette haben auch heute in Zeiten oft abstrakter Choreografien des zeitgenössischen Tanzes nichts von ihrem Sog verloren. Sie überführen Erzählungen, Romane und Dramen in das Medium der Bewegung, der Körper und nicht zuletzt der Musik. Die Komposition von eigens für das Ballett geschriebenen Werken erreichte im 19. Jahrhundert mit Tschaikowsky ihren Höhepunkt. Doch an Strawinskys phänomenalen Erfolg konnte nicht mehr angeknüpft werden und ChoreografInnen wie die berühmte Isadora Duncan besannen sich anderer kreativer Mittel und zweckentfremdeten kurzerhand Sinfonien oder (National-)Hymnen, um den größtmöglichen Inhalt zu transportieren. In Kontrast zu stringenter Handlung und literarisch geformten Charakteren wurde zudem zunehmend für die musikalische Grundlage der tänzerischen Kompositionen von postmoderner Freiheit Gebrauch gemacht.

In dieser Tradition stellt auch John Neumeier in fragmentarischer und vielfältiger Weise die Musik seiner Ballette zusammen. Dabei treffen Tschaikowskys Romantik, Alfred Schnittkes Spiel mit den Musikstilen und die populären Folkklänge von Cat Stevens aufeinander und bilden zusammen mit dem „größten Gesellschaftsroman des 20. Jahrhunderts“ völlig neue, ungeahnte Zusammenhänge. Tschechows Künstlerdrama bedient sich der Musiken von so unterschiedlichen KomponistInnen wie unter anderem dem Tosen Dmitri Schostakowitschs, dem Trommeln Evelyn Glennies und dem Triumphieren Alexander Skrjabins. Und für das biografische Ballett über das Leben und Wirken der Schauspielikone Eleonora Duse verschmelzen Benjamin Brittens und Arvo Pärts Kompositionen zu einer neuen Einheit und bilden bei aller Verschiedenheit sogar Verbindungselemente. Fragmente statt Kohärenz? Mitnichten. Rekontextualisierung aller Orten? Nicht nur.

Für welches tänzerisch-fließende Märchen im diesjährigen Spielplan, (das vor genau 10 Jahren deutsche Uraufführung hier am Haus hatte), wurde die Musik als großes, zusammenhängendes Ganzes komponiert?

Das gibt es zu gewinnen:

  1. Preis: Zwei Karten für „Der fliegende Holländer“ am 21. Februar
  2. Preis: Zwei Karten für „Senza Sangue/Blaubart“ am 3. März
  3. Preis: Zwei Karten für „Matthäus-Passion“ am 1. April

Mitarbeiter der Hamburgischen Staatsoper und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt.

Das war beim letzten Mal die richtige Antwort: „Fidelio“. Die Gewinner wurden von uns schriftlich benachrichtigt.