alt trifft jung

In einem neuen Projekt der Staatsoper „alt trifft jung“ musi­zieren Seniorinnen und Grundschulklassen generationenübergreifend zusammen. Sie setzen sich in Workshops und Probenbesuchen intensiv mit der Kinderoper „Kannst du pfeifen, Johanna“ und dem Schulkonzert „Wenn mein Mond deine Sonne wäre“ auseinander. In beiden Werken treffen Großeltern- und Enkelgeneration aufeinander. Im Mittelpunkt jeweils ein einsamer alter Mann im Altenheim: Der eine hat keinen Enkel, der andere hat einen, aber der vermisst seinen Opa schrecklich. Musik kann uns an Erlebnisse, Orte, Menschen oder Lebensphasen erinnern. Für alte und demente Menschen kann Musik ein Schlüssel zu ihren Erinnerungen sein. Aber auch in der Kindheit und Jugend sammeln wir Ohrwürmer und erinnern uns später nicht nur an die Musik selbst, sondern an die Gefühle, die wir mit ihr verbinden. So erfahren die beiden Jungs, Ulf und Berra, in der Kinder­oper durch den Oldie „Kannst du pfeifen, Johanna“, dass der Bonus-Opa sich bei diesem Lied immer an seine verstorbene Ehefrau Johanna erinnert. Und der Autor von „Wenn mein Mond deine Sonne wäre“, Andreas Steinhöfel, hat sich für seine Geschichte von der Musik vergangener Zeiten inspirieren lassen, um die Beziehung des kleinen Max zu seinem Großvater zu erzählen. Auf Grundlage dieser Geschichten und mit der Hoffnung, dass Gesellschaft besser funktioniert, wenn verschiedene Generationen miteinander vernetzt sind und Verständnis füreinander entwickeln, lag es nah, ein intergenerationelles Projekt zu initiieren: „alt trifft jung“. Gestartet hat das Projekt mit zwei 3. Klassen der Grundschule am Gut zusammen mit Senior*innen des Max Brauer Hauses. Eine Probe unserer opera piccola „Kannst du pfeifen, Johanna“ stand auf dem Programm. In den nächsten Monaten werden alle vier Grundschulklassen ihre Senior*innen kennenlernen, in Workshops musikalisch experimentieren und eigene Kunstwerke schaffen. Auch Treffen mit Musiker*innen und Dirigenten stehen auf dem Programm.

Foto: Niklas Marc Heinecke

Zum Ende der Spielzeit sitzen alle zusammen im Publikum unseres Schulkonzertes im LichtwarkTheater der Körber-Stiftung. Wir hoffen, dass sich bis dahin zarte oder auch stärkere Bande zwischen Jung und Alt gebildet haben, die in den nächsten Jahren weiter wachsen können.