Opernrätsel

Opernrätsel #3

Muss man Oper verstehen?

Oder auch: will man das? Es folgt eine Kritik der reinen Vernunft.
These: Für den vollen Genuss der Oper braucht man Werkkenntnis und musikalische Vorbildung.
Antithese: Oper ist Oper ist Oper ist Oper.
Synthese: Oper ist Wahrheit, die keine spezifische Vor-Erfahrung braucht und den Rezipient*innen schon immer innewohnt.
Herleitung: Oper arbeitet mit einem Verständnis zwischen den Dingen, angesiedelt in der Lücke, zwischen Handlung, zwischen Text, Musik, Szene, zwischen den Künsten.
Schon Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass mit der Linearität und den starren ratio-basierten Schemata der (Wiener) Klassik gebrochen wurde. So weist schon Schumanns Werk „Szenen aus Goethes“ Faust Mitte des 19. Jahrhunderts weit über ihre Zeit hinaus, denn die Szenen sind weder durch einen narrativen Faden verbunden noch gibt es in ihnen eine dramatische Aktion. Symbole durchziehen Debussys „Pelléas et Mélisande“. Auch „Tristan und Isolde“ ist eher Ahnung als Handlung, die a priori in jedem von uns atmet. Denn mehr als um die Verhandlung von Handlung geht es um den Fluss der Musik. Und hier wird die Frage etwas länger und fußt wiederum auf der Frage, will man Oper verstehen? Und wenn ja, auf welcher Ebene? Kann sie nicht ausgeräumt werden, die vermeintliche elitäre Schwelle, die so oft dem Opernbesuch ein Bein stellt – wenn nämlich der Fokus auf dem Ohr nicht auf dem Verstand liegt?

Frage: Wir suchen nach einem Werk von Strauss, das so viel gleichzeitig ist: das sich aus Werken Goethes speist, symbolistische Anspielungen zu Märchen beinhaltet, und das sich mit psychologisch ausdeutbaren Traumebenen dem „einfachen“ Verständnis entzieht. Ein Werk, das Mutterschaft und Menschlichkeit kritisch und ambivalent betrachtet. Das die Musik erzählen lässt, was die Worte selbst des vielleicht besten Librettisten des 20. Jahrhunderts nicht auszudrücken vermögen.

Das können Sie gewinnen:

  1. Preis: Zwei Karten für „Carmen“ am 14. Februar
  2. Preis: Zwei Karten für „All Our Yesterdays“ (Ballett) am 21. Februar
  3. Preis: Zwei Karten für „Le Nozze di Figaro“ am 5. März

Senden Sie die Lösung bitte bis zum 9. Januar 2019 an die Redaktion „Journal“, Hamburgische Staatsoper, Postfach, 20308 Hamburg oder an presse@staatsoper-hamburg.de.
Mitarbeiter der Hamburgischen Staatsoper und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das war beim letzten Mal die richtige Antwort:
„Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold
Die Gewinner werden von uns schriftlich benachrichtigt.