Opernrätsel

Opernrätsel #4

Heimat

Ist Heimat der Ort, den ich kenne? König Nabucco zieht ins Land und plötzlich ist Sprache nicht mehr Sprache, Geld nicht mehr Geld und Glaube nicht mehr Glaube. Das Volk ist fremd, ohne je den heimatlichen Boden verlassen zu haben. Doch die Fremde muss nicht einmal von außen eindringen. Sie kann auch im Inneren wachsen und wuchern und alles zersetzen, was einst richtig war – ein globales Phänomen.
Der Wunsch nach Freiheit könnte daher immer gleich klingen – Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen, (…) wo (…) Heimaterde duftet. Doch auch Lieder können andere Lieder werden – Verdis „Freiheitschor“ hat bis heute das Potenzial zur Instrumentalisierung, nicht nur in Nazideutschland, sondern auch im Kontext der aktuellen italienischen Regierung.
Ist Heimat der Ort, den ich in mir trage? Die Neurobiologie sagt: Heimat ist im Gehirn eines jeden Menschen präsent und besteht aus emotional positiv konnotierten, sogenannten „Engrammen“ – Doch wenn die Engramme sich auflösen, schwindet das Heimatgefühl – Wie lange kann es also halten? Die „Zeit“ in Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in Patria singt im Prolog treffend: „Nichts kann sich retten vor dem Zahn der Zeit: Er nagt mit Wonne.“
Ist Heimat der Ort, zu dem ich zurück kehre? Als Ulisse nach Troja in den Krieg zog, wusste er nicht, dass er 20 Jahre brauchen würde, um den Weg zurück nach Ithaka zu finden. Doch als er endlich strandet, erkennt er seine Heimat nicht und darf zunächst nicht er selbst sein. Er findet sein Zuhause belagert und sich von der eigenen Frau abgelehnt. Erst als er bis ins Schlafzimmer und die „liebe Erinnerung“ vorgedrungen ist, kann Ulisse wirklich ankommen. So, home is where the heart is, isn’t it?!

Frage: Welcher berühmte zeitgenössische Komponist arrangierte Monteverdis „Odyssee“ für die Salzburger Festspiele 1985 um und benutzte für die Instrumentation u. a. E-Bass und E-Gitarre?

Das können Sie gewinnen:

1. Preis: Zwei Karten für „La Fanciulla del West“ am 7. Mai
2. Preis: Zwei Karten für „Illusionen – wie Schwanensee“ (Ballett) am 22. Mai
3. Preis: Zwei Karten für „L’Elisir d’Amore“ am 23. April

Senden Sie die Lösung bitte bis zum 10. März 2019 an die Redaktion „Journal“, Hamburgische Staatsoper, Postfach, 20308 Hamburg oder an presse@staatsoper-hamburg.de.
Mitarbeiter der Hamburgischen Staatsoper und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das war beim letzten Mal die richtige Antwort:
„Die Frau ohne Schatten“
Die Gewinner werden von uns schriftlich benachrichtigt.