Opernrätsel

Opernrätsel #6

Don Pasquale, Don Quichotte, Don Giovanni

Die Männlichkeit ist in der Krise. Sie wankt zwischen dem Toxischen und dem Neuen hin und her und noch weiß gar niemand so genau, was das eigentlich ist und wie man*frau damit umgehen soll:
„Toxic Masculinity“ ist, was als traditionell bezeichnet wird. Das sind die alten Konzepte, von Geld und Statussymbolen, von Männern, die nicht weinen, aggressiv handeln und ein unstillbares sexuelles Verlangen haben sowie die Potenz, dieses zu erfüllen.
„New Masculinity“ dagegen betont das Weiche im Mann, macht Zugeständnisse zu tiefen, und vor allem ausgelebten Gefühlen, lässt Verlieren zu, und hebt kollegiales Verhalten gegenüber testosterongeladenem Konkurrenz-Gerangel hervor.

Was hier zunächst in eigenartiger Binarität daherkommt, ist natürlich vielschichtiger und löst sich beim genauen Hinschauen auf wie ein Septakkord im Gender-Nebel. Von der Oper können wir viel lernen, speziell von den hier untersuchten Buffa-Opern mit dem „Don“.
Denn die Titelhelden sind allesamt Anti-Helden, die aus der Norm fallen: Don Quichotte, der alte Träumer, der zwar Krieg führt, aber vor allem gegen Windmühlen und der zu viel fühlt: „O du, deren nackte Arme weicher sind als das Moos.“ Don Pasquale, der reiche Junggeselle, der die viel zu junge Norina ehelichen will, aber von ihr gezeigt bekommt, dass Status und Geld allein nicht ausreichen, um Altersunterschiede auszugleichen: „Weiße Haare sollen nicht freien um der Jugend Lockenkranz, sonst gibt’s böse Balgereien und mit allen Teufeln Tanz.“ Schließlich Don Giovanni, der Omnipotente, der Lüstling. Er bildet mit seiner „Stärke“ zwar ein Gegenbild zu den beiden Greisen, doch sein übergriffiges Verhalten wird vehement verurteilt und mit dem Tode bestraft, „In der Hölle tiefs tem Schlund wird des Frevlers Wohnung sein.“

Hier sind Bilder einer „neuen“ Männlichkeit schon stark skizziert und eine einfache Antwort auf die Frage „wann ist ein Mann ein Mann“ wird bereits zwischen 1787 und 1910 ad absurdum geführt.

Frage: Welcher Prinz wird nun von seinem herrschenden Vater als zu feige für seine politischen Dienste angesehen und schließlich für seine humanistisch-freiheitlichen Werte an die (spanische) Inquisition ausgeliefert?

Das können Sie gewinnen:

1. Preis: Zwei Karten für „Die Nase“ am 23. September
2. Preis: Zwei Karten für „Katja Kabanova“ am 24. September
3. Preis: Zwei Karten für „Ariadne auf Naxos“ am 25. September

Senden Sie die Lösung bitte bis zum 18. Juni 2019 an die Redaktion „Journal“, Hamburgische Staatsoper, Postfach, 20308 Hamburg oder an presse@staatsoper-hamburg.de.
Mitarbeiter der Hamburgischen Staatsoper und ihre Angehörigen sind leider nicht teilnahmeberechtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Das war beim letzten Mal die richtige Antwort:
„Ethel Smyth“
Die Gewinner werden von uns schriftlich benachrichtigt.