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Opernreise nach Stockholm (Tag 1)

Studiosus Kulturreise „Oper und Ballett in Stockholm“ – Michael Bellgardt, Pressesprecher der Oper, berichtet direkt aus Stockholm.

Montag, 3. Juni 2019. Die aktuelle Eventreise für Abonnenten der Hamburgischen Staatsoper führt nach Stockholm, ins Venedig des Nordens. Die Reise beginnt am Montagmorgen am Flughafen Hamburg. Ach, irgendwie ist es wie auf einer Klassenfahrt, herrlich. Schon auf dem Weg zur Gepäckaufgabe treffe ich liebe Bekannte, die ich von der Opernreise nach Riga 2016 kenne. Wir klönen etwas und nehmen nach dem Security-Check erst mal einen Kaffee und ein Wasser zu uns, schließlich sind wir etwas zu früh dran und das ungewohnt tropische Wetter in Hamburg fordert uns etwas.

Am Abflug-Gate treffen wir den Studiosus Reiseleiter Richard Eckstein, der in gewohnter Manier alle seine Reisenden mit Namen kennt – schließlich sind die meisten nicht zum ersten Mal dabei, im Gegenteil, man kennt sich von den unterschiedlichen Opern-und Ballettreisen der letzten Jahre und diese sind geprägt durch das dezidierte Fach- und Kulturwissen des erfahrenen Reisemanagers. Und so wundert es nicht, dass auch unsere Reise seit langem ausgebucht war…

Unwetter über dem Luftraum Hamburg lassen den Abflug mit Scandinavian Airlines um eine Stunde verspäten, was nicht weiter schlimm ist. Wir starten ja ins Reisevergnügen. Der Flug selbst verlief problemlos und kurzweilig – so kommen alle sicher und mit allen Gepäckstücken in Stockholm an, wo bereits die ortskundige Reiseleiterin Sonja Brinckmann auf uns wartet. Im geräumigen Doppeldeckerbus gibt sie wichtige Reiseinformationen und macht richtig Lust auf die kommenden Tage in Schwedens Metropole.

Unser Hotel liegt in einem der ältesten Viertel der Stadt, auf der Insel Gamla stan. Unmittelbar in der Nähe des Schlosses, der Oper, der Großen Kirche und den verwinkelten Gassen des ursprünglichen Stockholm mit seinen mittelalterlichen Wurzeln.

Nach Check-in im Hotel starten wir zu einem ersten gemeinsamen Spaziergang über die Altstadtinsel. Vorbei am Schloss (da werden wir morgen eine Besichtigung bekommen) geht es zur Großen Kirche (Storkyrkan). Vor der Kirche macht uns Sonja Brinckmann auf eine große Löwenskulptur aufmerksam, diese sähe man häufig in Stockholm. Es sind schwere, aber bewegliche Poller, die als Straßensperren Verwendung finden und so als Wappentier Schwedens für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen – irgendwie sympathischer als die üblichen Betonklötze bei uns.

Stockholms Dom ist eine der ältesten Kirchen der Stadt und die königliche Hochzeitskirche, zuletzt 2010, als Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling hier heirateten.

Wir erfahren, dass die Kirche einige bedeutende Schätze birgt. So ein großes, Schwedens größtes, Ölgemälde mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts, einen Altar aus Silber und Ebenholz aus dem Dreißigjährigen Krieg von 1618-48, eine allegorische Figurengruppe des drachentötenden Martin (Schweden, das das feindliche Dänemark bezwingt), prächtige Königsstühle im Mittelschiff und eine der ersten Darstellungen der Stadt Stockholm überhaupt.

Nach dem Dom führt uns ein gemütlicher Spaziergang über Gamla stan zu einem idyllischen kleinen Platz mit einer großen Kastanie, vorbei an der Deutschen Kirche (die Deutschen waren immer wichtige Handelspartner, innerhalb und außerhalb der Hanse, wovon noch heute viele Straßennamen zeugen) und hinunter durch die schmalste Gasse der altstädtischen Insel.

Am Ende des Weges sind wir im Restaurant zu unserem ersten Abendessen gelandet – Aufatmen bei vielen, denn seit dem Frühstück stand keine Mahlzeit auf dem Plan. Zur Vorspeise gibt es einen typischen schwedischen Teller mit Heringsspezialitäten, wunderbar. Danach ein leckeres Gericht aus Rindersteak mit Gemüse und Gratin und zur Abrundung des Mahls eine Crème brûlée mit feinen skandinavischen Moltebeeren. Und zum Abschluss einen Akvavit.

Ein schöner Reisebeginn und Auftakt für unsere Eventreise Stockholm. Morgen geht’s ins Schloss und abends in die Königliche Oper. Und dazwischen… Ich werde berichten.

Michael Bellgardt