Pressestimmen: Maria Stuarda
Am 16. März feierte die Inszenierung von Maria Stuarda im Rahmen der Italienischen Opernwochen Premiere. Gleichzeitig wurde das Werk erstmalig im Großen Haus aufgeführt. Regie führte Karin Beier und die Musikalische Leitung lag bei Antonino Fogliani. Als Elisabetta war Barno Ismatullaeva zu erleben, als Maria Stuarda stand Ermonela Jaho auf der Bühne.
So berichteten die Medien über die Neuproduktion:
NDR Kultur titelt online: „Kaleidoskop von Macht und Verlust“. „eine Pflicht-Veranstaltung in den „Italienischen Opernwochen“ der Staatsoper.“ rezensiert das Hamburger Abendblatt. Im Deutschlandfunk Musikjournal heißt es: „Eine sehr überzeugende Produktion von Donizettis Meisterwerk.“ Bei Operatoday ist zu lesen: „This production is a vocal triumph for the two queens”. Concerti ergänzt: „Es ist ein visuelles Gesamtkunstwerk, das in seiner Farbigkeit an die Malerei von James McNeill Whistler erinnert: eine Nocturne in Schwarz, Weiß und Rot.“ Und die Landeszeitung zieht als Fazit: „Maria Stuarda von Gaetano Donizetti wird zum Triumph. Das liegt vor allem an drei Frauen – zwei überragend guten Sängerinnen und Regisseurin Karin Beier.“
Über die Regiearbeit berichtet der Deutschlandfunk: „Karin Beier hat starke, zwingende Bilder entworfen (…).“ Concerti fasst zusammen: „Karin Beier (…) gelingt es in ihrer Inszenierung von „Maria Stuarda“ an der Staatsoper Hamburg meisterhaft, das Trauer- und Liebesspiel Schillers und Donizettis aus seinen pseudopolitischen Tendenzen herauszulösen. Stattdessen entwirft sie eine inszenierte Sinneskrise zweier Königinnen, die weniger am (Liebes-) Konflikt als vielmehr an den weltfremden Ansprüchen ihrer Zeit scheitern.“ Weiter heißt es: „Beier umgeht die amourösen Tendenzen des Belcanto geschickt. Durch das gezielte Farbkonzept der Kostüme (Eva Dessecker) – Rot und Weiß für Elisabetta, Schwarz für alle anderen – entwertet sie die Bedeutung der Favoriten und Beraterinnen der Königinnen, Roberto und Talbot, und letztlich auch Maria Stuarda selbst. Diese wird von Ermonela Jaho mit sängerischer und darstellerischer Perfektion verkörpert: Ihre Arien phrasiert sie vollendet aus (…)“.

Die Welt rezensiert: „Fabelhafte Ermonela Jaho in der Titelrolle: Karin Beier liefert mit einer gefeierten „Maria Stuarda“ von Donizetti den Höhepunkt der „Italienischen Opernwochen“ an der Hamburgischen Staatsoper.“ Und schreibt weiter: „Weltklasse-Sopranistin Ermonela Jaho verwandelt die schottische Königin im englischen Kerker mit ihrer warmen Stimme in vollendeter Technik, also scheinbar ganz natürlich, in ein Opfer von Format. Trotz aller Intrigen, von denen das Publikum weiß.“ Und zuletzt: „Auch spielerisch zieht Jaho sämtliche Register, singt kniend, liegend und von ihren Anhängern in die Luft gehoben halbwegs über Kopf ungerührt weiter, ohne dass dies eine Note beeinträchtigte.“ Im Hamburger Abendblatt ist zu lesen: „Einerseits glänzte Barno Ismatullaeva als englische Herrscherin Elisabetta: Ein druckstark entflammbarer Sopran, der sicher auch auf große Entfernungen Nägel tief in jede Wand singen kann und dem man den Willen der eiskalten Herrscherin zur Übermacht in jeder Note anhört und abnimmt“. Weiter heißt es: „Eine Stimme wie eine einsatzbereite Rasierklinge.“ Und schreibt weiter: „Jaho, ein Stimm-Ereignis, wie es so intensiv an der Dammtorstraße lange nicht zu erleben war“. Im Deutschlandfunk Musikjournal ist zu hören: „Sängerisch war diese Produktion exzellent besetzt, Ermonela Jaho in der Titelrolle setzte mit ihrem runden, weichen Sopran vielfarbig sowohl die vielen lyrischen Facetten der Partie als auch die wenigen dramatischen Attacken um. Barno Ismatullaevas dunkler, volumenreicher Sopran war ebenfalls ideal für die kühler erscheinende Elisabeth. Mühelos und mit viel Eleganz servierten beide Sängerinnen die anspruchsvollen Koloraturen. Mit wunderbarem Belcanto-Schmelz und warmem italienischem Timbre sagt der chinesische Tenor Long Long den Grafen Graf Leicester.“ Opera online findet: „Großartig ist die handwerklich so überzeugend wie unauffällig ineinandergreifende Wirkung aller Bild und Regiekomponenten, die eine tief gestaffelte psychologische Bild- und Schauspielwelt hervorbringt. Gleichzeitig verlangt sie den Sängerinnen nur in Ausnahmesituationen extremere Körperhaltungen ab, so dass sie die gewaltigen stimmlichen Anforderungen der Partien leisten können. Die Hamburger Oper hat dazu zwei grandiose, dabei stimmlich durchaus unterschiedliche Künstlerinnen aufzubieten: die Titelpartie wird von Ermonela Jaho vertreten, die mit Schwerpunkt im zweiten Akt all ihre fulminanten fein-abgestuften Koloraturkünste aussingt, gewissermaßen zur Stimme geronnene romantische Todessehnsucht. Nicht minder überzeugend die Elisabetta von Barno Ismatullaeva. Die junge Sängerin hatte vor zwei Jahren in Hamburg eine nicht vergessene, grandiose Norma verkörpert. Die Elisabetta vermag sie jetzt mit dem ganzen Spektrum einer kalt kalkulierenden Herrscherin sowie aber auch den Verletzlichkeiten einer fühlenden Frau darzustellen. Einen Höhepunkt erreicht die Aufführung bei der emotional aufreibenden Begegnung der beiden Königinnen zum Ende des ersten Aktes. Long Long als Roberto, Graf von Leisester ist ein stählern-strahlender Belcanto-Tenor erster Güte, der zwischen den übergroßen Frauen-Charakteren agiert.“ NDR Kultur berichtet: „Gesanglich ist das herausragend: Barno Ismatullaeva als Elisabeth, kraftvoll, ausholend, raumfüllend und Ermonela Jaho als Maria Stuart, zart, charismatisch. Ein Duo der Extraklasse.“ und: „Beiden Königinnen sind Influencerinnen ihrer eigenen Story – da wird das Drama aktuell, ohne platt aktualisiert zu werden. Sie sind mediale Vollprofis, lange bevor es den Ausdruck gab.“ Bei Operatoday liest man: “Jaho’s soft-edged opulence impressed from the start, with her first major aria “O nube! Che lieve per l’aria ti aggiri” (…). Maximum vocal impact comes in one of the most stirring of Donizetti’s melodies, which he reserves for Maria’s final prayer to the God of mercy, (…). Here, Jaho was soulful without being larmoyant, alone with her fate yet underpinned by the excellent choral contribution.“ und fügt hinzu: “No less impressive was Ismatullaeva as Elisabetta. The English queen commands the first act in the same way that her cousin commands the second (…).” Die Landeszeitung findet: „Zum überragenden Star des Abends singt und spielt sich aber Ermonela Jaho – in allen Stimm- und Körperlagen. Wie sie in die Seele Marias blicken lässt, mit farblich unendlich abgestimmten Klängen, das ist Weltklasse.“ und „Die beiden großen Frauenpartien sind mit ihren ausgedehnten Koloraturen und brutalen Intervallsprüngen extrem anspruchsvoll. Die Soprane tragen den Abend. Mitgetragen werden sie von dem temperamentgetriebenen Sound des Orchesters, den Dirigent Antonino Fogliani immer elastischer formt. Und vom imposanten Chor (…)“.

Auch die Musikalische Leitung wird gelobt. Im Deutschlandfunk hört man: „Mit dem Italiener Antonino Fogliano debütierte ein sehr Belcanto erfahrener Dirigent an der Staatsoper Hamburg, mit exzellentem Gespür für die Balance von dramatischem Zugriff und lyrischer Innerlichkeit.“ Opera online ergänzt: „Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg mit Antonino Fogliani beweist, dass es auch im Belcanto zuhause sein kann. Es meistert die vielschichtigen Farbabstufungen mit der so wichtigen, federnden Taktgebung mit souveräner, delikater Akkuratesse. Die Hamburger Oper hat mit dieser Produktion gegen Ende der aktuellen Intendanz eine überzeugende und bewegende Neuinszenierung einer bedeutenden Belcanto-Oper im Repertoire – ein Genre, das in Hamburg bisher nicht gerade heimisch ist. Einhellige Begeisterung im Publikum mit langanhaltendem Beifall und vielen Bravi-Rufen für die Gesangsprotagonisten, insbesondere für die beiden Königinnen Ermonela Jaho und Barno Ismatullaeva, ebenso für das Staatsorchester mit Antonino Fogliani. Großer, ungeteilter Zuspruch auch für das gesamte Regieteam.“ Und NDR Kultur berichtet: „Unter der musikalischen Leitung von Antonino Fogliani wird die Oper zum Seelendrama, das am Ende nur eine tote Gewinnerin kennt, (…)“. Bei Concerti steht: „Antonino Fogliani hinterlässt mit seinem Dirigat nachhaltige Eindrücke. Der Italiener wagt sich bemerkenswert an leise und leiseste Töne heran und setzt die Musik als zarten, nebulösen Schatten inmitten der gewaltigen Bühnenmaschinerie ein.“ Die Welt schreibt über den Opernchor: „Fantastisch singt und spielt der Chor der Hamburgischen Staatsoper unter Leitung des scheidenden Chordirektors Eberhard Friedrich (…).“