Pressestimmen zu „Die Entführung aus dem Serail“: „Grandios: Mozart-Spezialist Adam Fischer wirbelt am Pult“

Am 17. Oktober 2021 hatte „Die Entführung aus dem Serail“ Premiere. Mozarts Singspiel inszenierte David Bösch mit u. a. Burghart Klaußner als Bassa Selim, Rollendebüts gaben Tuuli Takala als Konstanze und Narea Son als Blonde, Dovlet Nurgeldiyev war als Belmonte, Michael Laurenz als Pedrillo und Ante Jerkuica als Osmin zu erleben. Am Pult des Philharmonischen Staatsorchesters stand der ausgewiesene Mozart-Fachmann Adam Fischer.

Das schrieben Medienvertreter*innen über die Premiere:

„Die Stars des Abends […] sitzen – und stehen – im Graben: Der Dirigent Adam Fischer und das Philharmonische Staatsorchester werden vom Publikum gefeiert“, so in der Kurzkritik der dpa, Deutschlands größte Nachrichtenagentur.

„Grandios: Mozart-Spezialist Adam Fischer wirbelt am Pult“, zwischentitelt Christian Strehk in den Kieler Nachrichten. Er entfache „ein mozärtliches Feuerwerk in den Philharmonikern“.

Das Komödiantische führt auch Daniel Kaiser in seiner Kritik auf NDR 90,3 an: „Witzige Comic-Filme mit Strichmännchen erzählen und begleiten […] die Handlung. Die Einspieler lockern das Geschehen spürbar auf.“ Es gehe „um Liebe, um Vergebung und um Emanzipation – das Ganze mit einer gesunden Dosis Slapstick“, heißt es weiter und er beschreibt: „Immer wieder gibt es Lacher im Publikum.“ Über das Ensemble sagt er, dass „vor allem Michael Laurenz als Pedrillo ein Händchen für Komik“ habe. Die Partie Osmin sei mit Ante Jerkunica „stark besetzt“, seine „Aggro-Arien“ seien ein „Ohrenschmaus“. „Tuuli Takala als Konstanze und Dovlet Nurgeldiyev als Belmonte legen […] ihr Herz auf die Zunge.“ Und: „Narea Son als Blonde sprüht […] vor Witz und Energie.“ Es sei „wunderbar, wie es ihr gelingt, den Humor in Mozarts Musik zum Klingen zu bringen, wenn sie sich mit Osmin einen Wettkampf um den tiefsten Ton liefert.“ Daniel Kaiser kommt zum Fazit, dass „Die Entführung aus dem Serail“ ein „unterhaltsamer Opernspaß“ sei.

„Noch bevor der erste Ton gesungen wird, ist […] klar, dass sich Regisseur David Bösch trotz des ernsten und tiefgründigen Inhalts dieses Singspiels dessen komödiantischem Grundcharakter verpflichtet fühlt“, so Stephan Burianek in opern.news. Über das Sänger*innen-Ensemble ist zu lesen, dass Ante Jerkunica als Osmin „stimmlich stark präsent“ sei, dass Tuuli Takala „mit einer guten Führung ihrer herzerwärmenden Stimme“ überzeuge, dass Narea Son eine „stimmliche Perle im Hamburger Ensemble“ sei und dass Dovlet Nurgeldiyev „mit einem traumhaft timbrierten, schlanken Stimmklang und hoher Wendigkeit“ singe. Schauspieler Burghart Klaußner als Bassa Selim bereichere die Sprechrolle, „indem er ihr, durchaus mit Pathos, eine altersweise Sanftmut verleiht“.

Das unterstreicht auch Elisabeth Richter im „Musikjournal“ auf Deutschlandfunk: „Musikalisch hatte die Produktion […] Niveau, und lag bei Dirigent Adam Fischer in guten Händen“ – man hörte einen „frischen und zupackenden Mozart“. Über die Sänger*innen sagte sie, dass „besonders der kroatische Bass Ante Jerkunica als finsterer Osmin und Narea Son mit ihrem hellen und flexiblen Sopran als aufmüpfige Blonde“ überzeugten.