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Auf einen Schnack mit: Angel Blue

Die international gefeierte US-amerikanische Sopranistin Angel Blue debütiert in einer ihrer Paraderollen – der Mimì in „La Bohème“ – an der Hamburgischen Staatsoper. Über diese für sie sehr bedeutende Oper spricht sie im Interview.

Puccinis Welterfolg „La Bohème“ ist sehr populär und spielt auch in Ihrer Karriere eine besondere Rolle. Sie gaben als Musetta 2007 Ihr Operndebüt in den USA. Mimì singen Sie seit 2014 und erhielten für Ihre Darbietung internationale Anerkennung. Was macht diese Oper und diese Partien für Sie so reizvoll?

Angel Blue: Das stimmt, „La Bohème“ hat einen ganz besonderen Platz, nicht nur in meiner Karriere, sondern auch in meinem Herzen. Ich gab mein Debüt in „La Bohème“ als Musetta nur wenige Monate nach dem Tod meines Vaters. Er hat sich sehr darüber gefreut, dass ich in der Oper singen würde und er wäre so stolz wenn er wüsste, dass ich heute noch singe. Ich finde, der besondere Reiz dieser Oper ist, dass wir uns alle in den Charakteren von „La Bohème“ wiederfinden können. Mimì und ich haben viel gemeinsam. Sie genießt die einfachen Dinge im Leben, wie einen Sonnenaufgang, aber auch die Liebe und die Vorstellung einer gemeinsamen Zukunft mit Rodolfo. Sie mag es, andere glücklich zu machen und sucht letztendlich ihr ganz persönliches Glück im Leben.

Im Vergleich zu anderen Opern hat der Kinderchor in „La Bohème“ eine größere Rolle. Wie ist es für Sie, mit Kindern zusammenzuarbeiten?

Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten. Die Kinder in dieser Oper repräsentieren meiner Meinung nach (in Akt 2) den unkonventionellen, künstlerischen Lebensstil. Die Künstlerinnen und Künstler im Stück leben ganz unbeschwert und unbekümmert, so wie die Kinder auch. Durch den Tod von Mimì erinnert uns diese Oper aber auch an die Kürze des Lebens und daran, in unserem Leben dankbar zu sein. Auf jeden Moment kommt es an und die Kinder sind das perfekte Modell dafür. Sie erinnern uns daran, dass die Jugend etwas ist, das wir jeden Tag in uns selbst feiern sollten. Kinder erinnern uns an die Schönheit, Ehrlichkeit, Unschuld und das Gute im Leben. Deshalb liebe ich es, mit ihnen zu arbeiten.

La Bohème

Szenenfoto aus „La Bohème“ (Foto: Bernd Uhlig)

Als Mimì in Guy Joostens Inszenierung debütieren Sie nun an der Staatsoper Hamburg. Wie erleben Sie die Hansestadt?

Ich bin so aufgeregt, mein Debüt an der Hamburgischen Staatsoper in dieser Produktion zu geben! Ich habe mehrere Freunde, die bereits in dieser Produktion mitgewirkt haben und alle sagten, dass es so viel Spaß gemacht hat. Ich war im Dezember 2017 zum ersten Mal in Hamburg und habe in der Elbphilharmonie mit Christoph Israel, Thomas Quasthoff und Katharina Thalbach gesungen. Bisher habe ich nur ein wenig die Innenstadt erkundet, aber ich hoffe, dass ich noch das Ethnologische Museum, den Hamburger Hafen, und das portugiesische Viertel besuchen kann. Zudem würde ich gerne „Pretty Woman: Das Musical“ sehen, während ich hier bin. (lacht)

 


 

Angel Blue

Foto: Sonya Garza

Angel Blue
Die amerikanische Sopranistin Angel Blue studierte Musik an der UCLA und am Canadian Vocal Arts Institute und war im Young Artist-Programm der Palau de les Arts in Valencia. Mittlerweile ist sie auf den ganz großen Bühnen diese Welt zu Gast. So sang sie schon an der Metropolitan Opera in New York, im Royal Opera House Covent Garden in London oder dem Teatro alla Scala in Mailand. Auch auf diversen Festivals war sie schon zu erleben, unter anderem dem Aix-en-Provence Festival oder dem Verbier Festival. In der Saison 2019/20 debütiert sie an der Hamburgischen Staatsoper in einer ihrer Paraderollen – der Mimì in „La Bohème“.