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Pressestimmen – Turandot – „ein dunkles Märchen“

Am 13. März hatte Turandot als jüngste Neuproduktion an der Staatsoper Hamburg Premiere. Die nie vollendete, letzte Oper von Giacomo Puccini wurde von Yona Kim inszeniert. In der Titelpartie ist Anna Smirnova zu erleben. Der Prinz Calaf wird von Gregory Kunde verkörpert, Guanqun Yu singt Liú. Ks. Jürgen Sacher ist als Kaiser Altoum zu sehen und Liang Li als König Timur. Die Musikalische Leitung des Philharmonischen Staatsorchesters hat Giacomo Sagripanti.

Peter Helling von NDR 90,3 fasst die Neuproduktion zusammen: „Gänsehaut, große Gefühle, Hochspannung bis zum Schluss“ und „Es gibt keine Sekunde Langeweile.“ Auch die Regie von Yona Kim lobt er: „Die Inszenierung wirkt wie ein dunkles Märchen – aber eines, das direkt in die Realität, ins Heute hineinschneidet. Die Sonne geht hier nicht mehr auf.“ Die dpa schreibt Turandot sei in dieser Inszenierung „keine kaltherzige Schlächterin, sondern eine Frau, die sich emanzipiert.“ Im Hamburger Abendblatt berichtet Joachim Mischke: „Eine Inszenierung, die ohne den kleinsten Durchhänger ihr Finale vorbereitete.“ Die NMZ Online schreibt über das Finale: „Ein kongenialer inszenatorischer Einfall, der die Unglaubwürdigkeit des Librettos Lügen straft und es ist eine intelligente Lösung.“ Zusammengefasst sei Turandot „alles in allem ein Glücksfall (…).“

„Für Turandot hat die Hamburger Oper eine glückliche Hand“, findet das O-Ton Kulturmagazin.

Foto: Hans Jörg Michel

Die Sänger*innen erhalten ebenso positives Feedback. Helling meldet: „Guanqun Yu als Liù singt sich direkt in das Herz des Publikums und auch der Chor sorgt als irrlichternde Masse, immer schwankend, aggressiv und gefühlsbesoffen für Begeisterungsstürme.“ Mischke schreibt über Gregory Kunde: „Hochtouriges Triebwerk dieses Abends war Gregory Kunde als Calaf. Mit einer Kondition, die für zwei gereicht hätte, machte er aus jedem seiner Einsätze Großes.“ Im Hamburger Abendblatt berichtet er: „Bei der gefeierten Premiere von Puccinis „Turandot“ an der Hamburger Staatsoper gab die russische Mezzosopranistin Anna Smirnova der Hauptfigur eine grausam gallige Schärfe.“ NMZ Online fasst die Besetzung zusammen: „Die sängerische Besetzung schließlich ist nicht anders als erstklassig zu bezeichnen.“ Über die einzelnen Pariten heißt es: „Die Sopranistin Anna Smirnova ist eine imposante Turandot, die mühelos über die geforderten Trompententöne der Partie verfügt. Durchschlagend in Höhe wie in Attacke der Tonbildung ist auch der Tenor Gregory Kunde. Er scheint auf dem Zenit seines zum Heldischen mutierten Singens zu sein, Guanqun Yu singt eine glasklare, bezaubernd anrührende Liù.“ Dies unterstreicht auch das O-Ton Kulturmagazin: „Der Calaf von Gregory Kunde, der hier sein Hausdebüt gibt, berauscht durch sein stählernes und sicher beherrschtes Timbre. Die Turandot von Anna Smirnova ist eine imposante Erscheinung. Die stimmlich gewaltige Durchschlagskraft ist furchterregend. Dazu im Gegensatz die Liu von Guanqun Yu. Sie präsentiert jedoch nicht einen wie sonst oft dargebotenen über-süßlichen Gesang, sondern bleibt in aller Feinheit stimmlich kontrolliert und daher glaubwürdig.“  Weiter ist zu lesen, dass „der Chor der Staatsoper Hamburg unter Eberhard Friedrich sowie der Kinder- und Jugendchor Alsterspatzen unter der Leitung von Luiz des Godoy äußerst engagiert und mit Begeisterung“ singen und „ein ganz wesentlicher Beitrag zum Gelingen des Abends“ sind.

Foto: Hans Jörg Michel

Über das Philharmonische Staatsorchester schreibt die dpa: „Das Philharmonische Staatsorchester mit Giacomo Sagripanti am Pult lässt Puccinis vielgestaltige Partitur als Kaleidoskop an Klangnuancen und Stimmungen erklingen.“ Die NMZ Online findet ebenfalls positive Worte: „Auch musikalisch ist die Aufführung eine Sternstunde. Giacomo Sagripanti am Pult des brillant disponierten Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg und des äußerst kultiviert singenden Chors der Staatsoper Hamburg (…) hat das Kunststück vollbracht, den nicht eben leicht zu bewältigenden Spagat zwischen großer italienischer Oper des Verismo und schroffer Moderne, exotischen Anklängen und rhythmisch aggressiver – archaisierender wie einlullender – Überrumpelungs-Musik vorzuführen.“ Das O-Ton Kulturmagazin schreibt abschließend: „Großer Applaus, wie man ihn in Hamburg nur selten erlebt.“