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Welche Rolle spielt eigentlich… ein Komparse?

Das Blut fließt in Strömen. Bühnenteile drehen und Podeste verschieben sich, wie von Geisterhand verschwinden Elemente. Menschengruppen füllen die Bühne und interagieren mit den Solisten: Wer dahinter steckt? Neben den vielen Menschen, die an einer Opernproduktion beteiligt sind, auch zahlreiche Komparsen. Sie haben meist nicht nur eine Rolle in einem Stück, sondern sind gleichermaßen auf und hinter der Bühne tätig. Wir haben uns mit Wolfgang und Isaac darüber unterhalten, wie das Leben als Komparse an der Oper aussieht.

Wolfgang L. ist ein Urgestein am Haus. Seit 45 Jahren geht er seiner Leidenschaft, als Komparse in und rund um Produktionen tätig zu sein, nach: „Ich kam schon als Schulkind an die Oper – wir standen in Kinderrollen im Chor oder gemeinsam mit den Solisten auf der Bühne. Als wir älter wurden, wechselten wir in den sogenannten Bewegungschor – eine Gruppe, die den Stücken mehr Realismus verleihen sollte, und waren als Statisten im Einsatz, wo nicht nur der Gesang, sondern vorrangig die Darstellung im Vordergrund stand. Wir wurden dann auch für bewegliche Rollen und kleine Stunts eingesetzt“. In die Vielzahl an Rollen und Aufgaben reihten sich tänzerische Elemente, Wolfgang verbrachte mehr Zeit im Ballettsaal und lernte das Tanzen. „Heute sind die Aufgaben als Komparse noch viel abwechslungsreicher geworden. Wir arbeiten sowohl auf als auch hinter der Bühne: Zu unseren Tätigkeiten zählen zum Beispiel die Unterstützung der Bühnentechnik, Auf- und Abbau der Bühne, wir kümmern uns teilweise um die Beleuchtung, und decken natürlich auch schauspielerische und tänzerische Sachen auf der Bühne ab.“

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Als Komparsen sind Wolfgang und Isaac in den gesamten Probenprozess miteingebunden. Sie sind bei Bühnenproben dabei, und probieren aus, wie Bühnenbilder und deren Elemente funktionieren. In manchen Produktionen müssen Möbel „wie von Geisterhand“ verschwinden, also mit Schnüren gezogen oder Wände verschoben werden – es steckt also auch viel körperliche Arbeit dahinter, die Vorstellung so leicht und fließend wie möglich aussehen zu lassen.

„Das sind die Leute, die nach der Vorstellung nass geschwitzt sind und Requisite, Chor, Sänger und Technik unterstützen“, meint Monika Wilken, Leiterin der Komparserie. „Sie leisten hinter, vor und manchmal sogar unter der Bühne essentielle Arbeit.

Wolfgang und Isaac vor den Proben zu „Les Troyens“

Wolfgang und Isaac vor den Proben zu „Les Troyens“

Isaac L. ist seit 2010 an der Staatsoper als Komparse tätig. Gerade ist er in „Les Troyens“ zu sehen. Er ist als einer der Troyaner und als Sklave auf der Bühne. Er mag es gerne, gemeinsam in der Gruppe auf der Bühne zu stehen und zu spielen. Isaac blickt bereits auf eine lange Reihe an spannenden Produktionen zurück, in denen er dabei sein durfte und vor allem die musikalischen Rollen, die ihm viel Spaß machen: „Ich mochte vor allem eine Rolle in „Fürst Igor“ – da hatte ich eine sehr lustige Rolle eines Betrunkenen zu spielen. Auch meine Aufgaben in diversen Verdi-Produktionen, in denen ich viel getanzt und gespielt habe, waren toll.“

Wenn Wolfgang auf die vielen Jahre an der Oper zurückblickt, ist ihm vor allem noch immer eine ältere Inszenierung der Zauberflöte in Erinnerung. „Mit der sind wir um die ganze Welt gereist – ich spiele eine riesige Hand, die Pamina vor Monostatos rettet. Die Gastspielreisen nach Edinburgh, Israel, Florenz, Japan und Moskau, waren tolle Erfahrungen.“

Die Komparsen nach ihrem Auftritt

Die Komparsen nach ihrem Auftritt

An der Oper wirken in fast allen Inszenierungen Komparsen mit. Es gibt kaum noch Produktionen, die ohne Komparsen auskommen. Oft können sie sich auch mit eigenen Ideen in die Umsetzung miteinbringen und sind somit wertvoller Teil des gesamten Produktionsgefüges.

Wer kann Komparse werden?
„Im Prinzip jeder“, erklärt Wilken. „Was die körperlichen Anforderungen betrifft, sollten es Menschen sein, die anpacken können und auch körperliche Arbeiten erledigen können. Wir haben viele Soldaten, Bodyguards oder Beschützer in unseren Stücken. Komparsen sollten für die aktuellen Rollen, die wir zu vergeben haben, kräftige junge Männer sein. Aber auch Frauenrollen besetzen wir immer wieder.“

3 Kommentare

  1. BS sagt:

    Zum Thema Komparsen in der Staatsoper .
    Ohne die Komparsen würden viele viele Stücke erst gar nicht aufgeführt oder könnten nur schlecht auf die Bühne gebracht werden.
    Aber die Entlohunng unter dem Mindestlohn ist Blamabel für einen Staatsbtrieb und Arbeitszeiten von 12 – 14 Stunden sind auch nicht in Ordnung.
    Hier sollte man schnellstens eine Änderung herbei führen.
    z.B. könnte man die Komparsen die in so Gut wie jedem Stück tätig sind an der Staatsoper anstellen, ein fester Stamm von 10 – 12 denke ich wäre doch schon etwas, den Rest könnte man ja mit den freiwilligen die die Komparserie nur Nebenberuflich und aus Spass an der Freud betreiben auffüllen.
    Es gibt ja Komparsen die nur von der komparserie leben und Ihren Lebensunterhalt von diesen Einnahmen bestreiten müssen.
    Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall auch dises sollte man ändern denn auch auf der Basis von einem 400 € Job hat man eine Sozialeabsicherung im Krankheitsfall genauso wie vorsosrge fürs Alter (Rentenversicherungsbeiträge Arbeitslosenbeiträge).
    Um es auf einen Nenner zu bringen:
    Eine Stattsoper sollte Beispielhaft vorausgehn wenn es um die Mitarbeiter und die Sozialegerechtigkeit in einem Betrieb geht und nicht als „Ausbeuter“ und „Billiglohn nutzer“ das Personal ausnutzen.
    Ich hoffe die Verantwortlichen lesen diesen Kommentar und überdenken mal Ihre Haltung und suchen endlich nach Vernüfgtigen Lösungen
    für eben diese so „wichtigen“ Komparsen !!!!

    1. staatsoperHH sagt:

      Lieber BS,
      wir wissen das außerordentliche Engagement unserer Komparsen – wie das aller Mitarbeiter – sehr zu schätzen, aus diesem Grund widmen wir Ihnen auch diesen Beitrag.
      Freundliche Grüße,
      die Online-Redaktion der Staatsoper Hamburg

  2. M sagt:

    Wo kann man sich bewerben?

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